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A "Graphic Equaliser" of asparagus

Historisches

Spargel ist als Gemüse und Heilpflanze seit langem bekannt.

Im alten China wurde der Spargel gegen Husten und Harnverhalten verschrieben.

Die Ägypter verwendeten ihn schon vor 4.500 Jahren

Abbildungen von gebündeltem Spargel auf Grabfresken sollen belegen, dass schon die Ägypter vor rund 5000 Jahren Spargel gekannt und als Aphrodisiakum geschätzt hätten. Spargel kommt in Ägypten allerdings nicht ursprünglich vor. Es könnten auch Holzstückchen sein, die für Abbildungen von Spargel gehalten wurden.

Griechen und Römer kannten ihn bereits im 2. Jahrhundert v. Chr.

Den Griechen war wild wachsender Spargel als Arzneimittel bekannt. Der römische Autor Columella erwähnt ihn in seinem Buch De re rustica. In Griechenland wird die Sprosse von Aspáragus acutifólius (Dornenspargel) gesammelt, der etwas kräftiger im Geschmack als der uns bekannte Kulturspargel schmeckt. Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass Spargel von den Griechen angebaut wurde. Vielmehr nutzten die Griechen seine Verwertbarkeit in der Medizin. Als Heilpflanze diente bevorzugt wildwachsender Spargel, der schon bei Hippokrates von Kós erwähnt wurde und nach Dioskurides harntreibend und abführend wirken sowie gegen Gelbsucht helfen sollte. Mit diesen Indikationen wurde er bis ins 19. Jahrhundert verwendet.

Die älteste bekannte Erwähnung stammt nicht zufällig von einem Arzt. Hippokrates aus Kos (ca. 460-370 v. Chr.) betont die stopfende Wirkung (wahrscheinlich der Wurzel). Neben seine Wohlgeschmack schätzten die Griechen Spargel wegen seiner harntreibenden Wirkung.

Ursprungsgebiete der Spargelpflanze sind vermutlich Süd-, Mittel- und Osteuropa sowie Vorder- und Mittelasien.


Bei den Römern spielte der Landbau eine größere Rolle als bei den Griechen.


So waren die Römer natürlich auch sehr viel stärker an gartenbaulichen und landwirtschaftlichen Verfahren interessiert. So sind von den Römern ausführliche Kulturanleitungen überliefert, mit zum Teil wesentlich von den heutigen Anbauverfahren abweichend. Die ausführliche Anleitung von Marcus Portius Cato (ca. 234-149 v. Chr.), wie Spargel im Garten angebaut werden könnte, zeigt an, dass Spargel bei den Römern ein geschätztes Gemüse war, welches gerne auch als Vorspeise von wohlhabenden Römern genossen wurde.

Die Römer machten den Spargel auch nördlich der Alpen bekannt, er geriet aber wieder in Vergessenheit. Erst im 16. Jahrhundert ist der Anbau wieder belegt – Spargel galt damals als teure Delikatesse, vermutlich weil sein Nährwert gering und der Anbau aufwändig ist.

In der späten Antike war Spargel so begehrt, dass der römische Kaiser Diokletian während seiner Amtszeit 284-305 nach Christus eine Spargel-Höchstpreisverordnung erlassen haben soll. Hierzulande zeigen mittelalterliche Kräuterbücher Spargel hauptsächlich als Heilpflanze gegen Nierenleiden, was auf seine harntreibende Wirkung zurückzuführen ist. Über weitere Jahrhunderte hinweg wurde die Legende von der aphrodisierenden Wirkung des Spargels genährt. Moderne Untersuchungen konnten dies allerdings nicht bestätigen.

Früher war die Wurzel amtlich als Heilmittel anerkannt (offizinell); die Samen wurden als Kaffeesurrogat verwertet.


Spargel wurde auch in Mitteleuropa angebaut


Über den Spargelanbau im deutschsprachigen Raum ist recht wenig überliefert. Neben den Römern brachten auch zurückkehrende Kreuzfahrer in der Mitte des 13. Jahrhunderts Spargelsamen von ihren Kreuzzügen mit. Hierzulande wurde Spargel wohl zunächst vornehmlich als Arzneimittel, kaum als Gemüse angebaut.

Im 13. Jahrhundert sollen Kreuzfahrer Spargelsamen nach Mitteleuropa gebracht haben. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Spargel in Frankreich und England bereits weithin bekannt. In Deutschland sollen erste Spargelpflanzen um 1550 in Stuttgart angebaut worden sein, später auch auf den leichten Böden rund um Berlin. Bis zum 17. Jahrhundert war die Pflanze auch über Ländergrenzen hinaus bekannt. Zunächst wurde Grünspargel bevorzugt. Von Norddeutschland aus beginnend, setzte sich dann jedoch der Bleichspargel durch.

Spargelanbau als Gemüse war in Frankreich und England zu Beginn des 16. Jahrhunderts schon weit verbreitet.


In Deutschland entstanden erst Mitte letzten Jahrhunderts die ersten Spargelbeete im “Stuttgarter Lustgarten”.

Anfang des 17. Jahrhunderts war Spargel schon mehr verbreitet. Nun entstanden die ersten Anbaugebiete, die zum Teil noch heute Bedeutung haben (z.B. um Berlin). Aus alten Bildern ist ersichtlich, daß Spargel damals als Grünspargel angebaut wurde. Mit dem Anbau von grünem Spargel ist wesentlich früher begonnen worden. Noch 1852 schreibt L. Huot (“Der verbesserte Spargelanbau”), dass in vielen Gegenden Deutschlands, wie auch in England und Frankreich, der grüne Spargel bevorzugt werde. Lediglich in Norddeutschland wurde der weiße Bleichspargel bevorzugt. Später setzte sich in Deutschland der weiße Spargel allgemein durch.

Noch im 19. Jahrhundert wurde Spargel nicht nur wegen seines Wohlgeschmacks geschätzt. Seine vermeintlichen Heilwirkung war im amtlichen Arzneibuch vermerkt. Spargel war also evt. auch in Apotheken erhältlich.

Der Siegeszug des Spargels und die Verfügbarkeit allerorts bekam im 19. Jahrhundert einen entscheidenden Impuls: die Erfindung der Konservierung. Um 1860, vom Fabrikanten und Kaufmann Gustav Grahe angeregt, entwickelte sich der Feldanbau im Raum Braunschweig. Grahe schloss erstmals Anbauverträge mit Gärtnern und Landwirten, die aufgrund des von ihm garantierten Absatzes Spargel in größeren Mengen erzeugten. Grahe konservierte diesen dann in seinen Fabriken.

Heute ist frischer Spargel von April bis Juni das begehrteste Saisongemüse. In Gläsern und Konserven ist er ganzjährig erhältlich. Tiefgekühlter Spargel hat sich beim Verbraucher bislang nicht durchgesetzt und spielt eine untergeordnete Rolle im Großverbraucherbereich und in Gemüsemischungen.

Spargelverbrauch nimmt stetig zu


Etwa 47 Prozent der Haushalte in Deutschland kaufen frischen Spargel inzwischen mindestens einmal im Jahr. Im statistischen Mittel erwerben die Haushalte rund zwei Kilogramm, der Durchschnittspreis liegt je nach Saison etwa bei 4,50 Euro pro Kilogramm Frischware. Bleichspargel steht weit höher im Kurs als Grünspargel: Bei der Einkaufsmenge der Haushalte betrug der Anteil von Grünspargel im Jahr 2005 gerade einmal 85 Gramm. In Deutschland stieg der Verbrauch im gleichen Jahr immerhin um knapp 21 Prozent auf 3.127 Tonnen an, 2004 waren es noch 2.587 Tonnen. Dennoch macht Grünspargel hierzulande nur etwa vier Prozent des gesamten Spargelverzehrs aus.

Mehr Verbrauch – mehr Anbau


Bezogen auf den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch, nimmt der Spargelverzehr seit Jahren zu. Waren es 2001 noch 827 Gramm, so stieg der Anteil im Jahr 2005 um mehr als 200 Gramm auf über ein Kilogramm (1,044 kg). Die zunehmende Nachfrage hat im Inland zu einem vermehrten Anbau geführt: Der Selbstversorgungsgrad für Spargel stieg von 58 Prozent im Jahr 2000 auf 74 Prozent in 2005. Entsprechend rückläufig ist seit Jahren der Import von frischem Spargel, der in 2005 noch rund 28.000 Tonnen betrug.

Jahr: 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Einfuhr (t) 36.000 39.000 40.100 31.522 29.418 28.000
Ausfuhr (t) 2.420 3.093 1.488 1.322 1.599 1.700

Die mit 80 Prozent Importanteil bedeutendsten Einfuhrländer sind Griechenland (zu etwa zwei Dritteln) und Spanien (zu etwa einem Drittel). Weitere, wenige Importe erfolgen aus Holland, Italien, Frankreich, Südafrika und aus osteuropäischen Ländern. Der Export von Spargel aus Deutschland ist nahezu bedeutungslos.

Die wichtigsten Spargelanbaugebiete nach Bundesländern sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. 2005 erzeugten sie zusammen schon 57 Prozent der deutschen Spargelernte. Darüber hinaus sind auch Baden-Württemberg, Bayern und das Saarland wichtige und bekannte Anbauländer.